Blockaden
Eine Blockade zu spüren bedeutet, eine Grenze der eigenen Persönlichkeit zu entdecken.
Immer wieder höre ich den Einwand: "Entweder denkt einer negativ oder positiv. Man kann doch einen schwarzen Gedanken nicht durch einen weißen ersetzen. Wie soll das denn funktionieren?"
Diese Aussage halte ich zwar für richtig, aber dennoch auch für irreführend. Denn: Wer jetzt negativ denkt, kann sich im nächsten Moment für positive Gedanken entscheiden!
Falsch ist die Annahme, dass Affirmationen schwarz gegen weiß ersetzen sollen. Es ist natürlich, dass positive und negative Gedanken in uns Menschen entstehen und sich abwechseln. Wir sind widersprüchliche Wesen. Eigene Unentschlossenheit offenbart Widersprüche. Unglauben einerseits und Hoffnung andererseits ringen miteinander. An manchen Tagen denken wir positiv und fühlen uns total wohl mit einem Gedanken. An einem anderen Tag kann uns der gleiche Gedanke völlig abwegig vorkommen, wir fühlen uns unbehaglich, lehnen uns selbst oder den positiven Gedanken ab. Wir spüren eine innere Blockade.
Wie kommt es zu einer Blockade? Affirmationen korrespondieren mit unserem Glauben über die Welt - also mit unseren gelernten Überzeugungen. Das ist eine gute Nachricht, denn Gelerntes kann auch wieder verlernt werden. Was früher richtig war, kann heute falsch sein. Die Lösungen von damals sind die Probleme von heute. Wir lernen um und auf diesem Weg gelingt es, alte Glaubenssätze loszulassen und durch neue zu ersetzen. Dies geschieht jedoch nicht von einem Moment auf den anderen, sondern es braucht Zeit.
Ein Beispiel: Wählen Sie die Affirmation "Glück fließt mir aus allen Richtungen zu", könnte dieser Satz in einen Widerspruch zu einem alten, anderslautenden Glaubenssatz geraten. "Das ist unmöglich", denken und spüren Sie vielleicht gleichzeitig, haben Sie doch in Ihrem Leben bereits die Erfahrung gemacht, dass Ihnen auch Unglück zufließen kann. Dieser Glaube ist entstanden, weil Sie möglicherweise bestimmte Sätze zu oft gehört haben:
"Du bist ein Pechvogel."
"Bei Dir geht doch alles schief."
"Glück haben doch nur die anderen."
"Dir gelingt nichts."
Das mögen Sie sich selbst innerlich einreden. Und so könnte sich der unbewusste, aber feste Glaube eingeschlichen haben, dass Ihnen auf keinen Fall Glück zufließen kann. Ihre innere Wahrnehmung konzentriert sich auf Ihr "Pech", Sie sehen nur das, was "schief" geht. Der alte Glaube steht Ihnen im Weg. Sie wehren sich innerlich dagegen zu glauben, dass Sie nun auf einmal ein Glückspilz sein sollen.
Wollen Sie Ihre Denkweise jedoch ändern und das Glück in Ihrem Leben bewusst zulassen, dann müssen Sie den alten, unbewussten Glauben loslassen. Das funktioniert! Sie können alte Erfahrungen verlernen und Neues hinzu lernen.
Um den Widerspruch zu umgehen, probieren Sie zunächst eine Affirmation, die Ihnen neue Türen öffnet. Man darf und muss natürlich dem alten "Glauben" noch Respekt zollen, entzieht ihm aber sanft den Boden, damit die neue Zuversicht wachsen kann. Ergänzen Sie Ihre Affirmation durch ein Hilfsverb wie: "Ich kann..." oder "Ich darf..." oder auch "Ich gestatte mir ...". Experimentieren Sie mit den Worten, bis sie sich richtig für Sie anfühlen und es keinen inneren Widerstand mehr gibt, zum Beispiel:
"Ich kann zulassen, dass mir Glück zufließt."
"Ich gestatte mir, mein Glück zu spüren."
Hinderliche und blockierende Gedanken stehen dem Wachstum der Persönlichkeit im Weg. Mit Hilfe von Affirmationen lassen sich alte und hinderliche Glaubenssätze autosuggestiv aufweichen und überschreiben. So entwickeln wir weiteres Selbstvertrauen und ermöglichen uns einen größeren Handlungsspielraum. Denken wir freier und großzügiger! Anstatt durch eine enge, ängstliche Sicht die Welt der eigenen Möglichkeiten einzugrenzen, können wir mit unserem Denken die Grenzen unserer gelernten "persönlichen Wahrheit" überwinden.
Lesen Sie mehr: Persönliche Wahrheit
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"Jede noch so lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt." (Laotse)





